Heute war so ein Tag. Nicht leer, nicht lurig, nicht unproduktiv – nur irgendwie zu voll, um an den Adventskalender zu denken. Mein Hack (also nicht „halb und halb Fleischwolfdurchdrehendprodukt“, sondern „Technik/Kniff/strategischer persönlicher Geniestreich zur Selbstüberlistung“), wenn mir alles zu viel ist und ich kein Land mehr sehe: Pause machen. Ganz weg von dem, was da eigentlich ansteht. Aufstehen und etwas Handwerkliches, Bewegendes, Räumendes, Putzendes machen. Weg von der Kopfarbeit. Das hilft super! Und wenn mir alles über den Kopf wächst: Klappe zu (also die vom Laptop), Stecker raus. Manchmal auch: Decke über den Kopf ziehen und eine Runde schlafen. Manchmal muss ich das System einmal herunterfahren und neu starten.
Wenn es also in meinem Kopf mal wieder so aussieht wie da links auf dem Foto einer der Wochen-Foto-Kunst-Hausaufgaben meines Jüngsten zu Lockdown-Zeiten: Einfach „blau machen“, die Gehirnhälften aufräumen und die mentalen Büroutensilien neu anordnen. In diesem Sinne.
Man sagt zwar „Wer schreibt, der bleibt“ – aber wäre ja auch irgendwie unfair, wenn ich jetzt alleine hier fett Werbung mache. (Siehe Adventskalendertürchen vom 14.12.25.) Daher: Haut raus, liebe Freunde, Familie, Fangemeinde!
Schnappt euch ein (!) Kommentarfeld und rührt die Werbetrommel: für euer bezauberndes Kunsthandwerk, euer bestes Buch, euer brandneues Album. Vorgabe: Von euch muss es sein! Empfehlt uns Dinge, die sich – theoretisch – unter den Weihnachtsbaum legen lassen. Hauptsache, das Ganze verfügt über eine gute Qualität, bewegt sich im Rahmen der Legalität und einer vertretbaren Ethik. (Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Ich behalte mir Löschungen vor.)
Ach ja: Wirklich in diesem Post nur Materielles, nichts Ideelles. Herzensprojekte machen wir an eine anderen Tag bis Heiligabend. In diesem Sinne.
*Werbung* Falls ihr noch nicht alle beisammen habt, hier ein Tipp für ein super Geschenk. Hab ich extra für euch geschrieben, damit ihr etwas zu lesen, zum Vorlesen oder zum Verschenken habt. Find ich nett von mir. Diese Nettigkeit lasse ich mir pro Exemplar vergüten mit schmalen 9,75 €. Dafür bekommt ihr auf Wunsch eine Widmung und ein Schleifchen drum. Wer noch 1,80 € drauflegt, erhält das Buch angemessen verpackt per Post zugeschickt. Der Gegenwert:
Geschichten und Liedtexte rund um die glitzernde Jahreszeit, das moderne Leben und die wahrhaft wichtigen Fragen. So wird, zum Beispiel, in einem Zoom-Meeting aufgedeckt, wer die Weihnachtsgeschenke tatsächlich bringt und wie das erste Date von Adam und Eva verlief. Müssen wir uns ferner warm anziehen, wenn die Inspektion der Schöpfung ansteht? Dann bleibt noch zu klären, was uns wirklich fehlt und wie Jobsharing beim Weihnachtsmann funktionieren kann. Als Bonus gibt es eine gereimte Wunschzettel-Kopiervorlage sowie die ultimative To-Do-Liste für jedes neue Jahr. Gute Vorsätze? Die sind etwas für die erste Lebenshälfte.
Dieses Buch ist das passende Geschenk für alle, die zu Weihnachten nichts haben wollen und für alle, die trotzdem nicht mit leeren Händen dastehen möchten. Zu viel um die Ohren im Advent? Kein Problem: Die abwechslungsreichen Kurztexte mit Wortwitz und Tiefsinn haben kein Verfallsdatum und lassen sich rund ums Jahr lesen. Keine Zeit zum Lesen? Kein Problem: Lass lesen! Einige der Texte kannst du als Hörversion abrufen.
Jetzt gerne bei mir bestellen: Ein Buch wie eine Lichterkette. Ganzjährig leuchtend – auch ohne Lametta. *Werbung Ende* In diesem Sinne.
Dieses Glas steht seit einigen Jahren in meiner Schöne-Erinnerungen-Vitrine. Ganz oben und ganz vorne in Sichtweite – zusammen mit skurrilen Preisen und kleinen Dankeschöns, die ich irgendwann einmal am Ende von Veranstaltungen in die Hand gedrückt bekam. Eine Etage tiefer sammele ich meine Belegexemplare und meiner Dissertation. Okay, Letztere ist aufgrund ihres Umfangs und der hohen Kilozahl im untersten Regalboden eingeräumt und dient lediglich dem Zweck, den dreißig Jahre alten Trophäenschrank statisch in Schach zu halten. Ich habe ja keine Lust, dass dieses Bollwerk der niedrigpreisigen Wohnmöbelgestaltung irgendwann auf die davor stehende Betrachterin kippt.
Wer sich selbst schon einmal gefragt hat, warum man sich monatelang mit dem (gefühlt sinnlosen) Verfassen von Abschlussarbeiten beschäftigen soll, die (gefühlt) niemand liest: Zumindest können sie als Motivationshilfe fürs weitere Leben dienen. Ob der Aufwand für den Outcome an Erkenntnissen lohnt, muss man selbst entscheiden. Manchmal zeigt es sich auch erst Jahre später. Hier ein Auszug aus den Motivationshilfen, die das dickste Buch meiner Schreibhistorie für mich persönlich produziert hat:
Du schaffst das.
Ein Schritt nach dem anderen!
Fang einfach irgendwo an …
Du bist nicht allein.
Durchhalten lohnt sich.
Du darfst dir Pausen gönnen.
Guck doch mal, was du geschafft hast!
Zurück zum oben abgebildeten Glas: Es war das Abschiedsgeschenk einer Mitpatientin in einem meiner Tagesklinikdurchläufe. Für alle zehn Gruppenmitglieder hatte sie Motivationssprüche liebevoll auf bunte Zettelchen geschrieben. Manchmal ziehe ich morgens eins, und es trägt mich ein wenig durch den Tag. Manchmal notiere ich auch selbst Sprüche und lege sie dazu. Heute: Hoch die Hände, Wochenende! Klingt simpel, war aber ein jahrzehntelanger Weg vom 24/7-Dauerrödeln zum Pausegönnen. Zugegeben, manchmal ist es mit den Sinnspruchzetteln wie mit der Doktorarbeit: Lesen tut’s ja eh niemand. In diesem Sinne.
Die letzten drei Tage war ich auf Reisen. Nur gut 100 Kilometer weit ging die wilde Fahrt vom Ruhrgebiet nach Köln, aber auch da hieß es erst einmal: Kulturschock. Viele Eindrücke galt es zu verarbeiten, vielen Menschen im Vorweihnachtstrubel auszuweichen, viele Gerüche und Geräusche auszublenden und und sich auf fremde Sitten und Gebräuche einzulassen. Aber davon ein anderes Mal mehr – heute muss ich mich und meine sensorischen Filter erst einmal erholen.
Diverse metaphorische Hüte hatte ich in den drei Tagen auf: einen Geburtstagshut, den Touristinnenhut, den Partnerinnenhut und einen Kommunikationshut. Letzterer war sehr bunt, denn es gab verschiedenste Redeanlässe, die allesamt echt viel Spaß gemacht haben: Da war sehr lustiger Small Talk an der Hotelbar und im Restaurant, da waren intensive und berührende Sach- und Fachgespräche und zu guter Letzt eine erstaunlich leichtgängige Podcastaufzeichnung. Allerdings habe ich zum jetzigen Zeitpunkt alle mir zur Verfügung stehenden Wörter für den Monat Dezember schon aufgebraucht, glaube ich. Glücklicherweise bin ich nun wieder im Heimathafen, habe keine großen kommunikativen Hürden mehr zu überspringen und kann mich ausruhen. Auf mich achtgeben. Aber auch davon mehr an einem anderen Tag. In diesem Sinne.
Im Oktober war ich zu zwei tollen Veranstaltungen im Rahmen der KölnBonner Woche für Seelische Gesundheit sowie tags zuvor bei der Eckhard Busch Stiftung eingeladen. Für sie hatte ich extra zum Thema des Abends einen Spoken Word Poetry-Text geschrieben: allEINsam. Heute bin ich zu einer Podcastaufnahme in Köln eingeladen, und ich freue mich riesig, dass auch in diesem Gespräch Einsamkeit das Themasein wird. Nicht, weil es ein so schönes ist, sondern weil es ein wichtiges ist – und weil ich in Vorbereitung auf diese Events sehr viel über mich selbst gelernt und mir bewusst gemacht habe.
Vielleicht denkt man bei dem Begriff an alte Menschen, die im Seniorenheim hocken und nie Besuch bekommen. Doch sich einsam zu fühlen kann in jedem Lebensabschnitt und in jeder Lebenssituation vorkommen: Kinder, die nicht in die Klassengemeinschaft aufgenommen werden, weil sie anders und Außenseiter:innen sind; neu Zugezogene, die keinen Anschluss in der Nachbarschaft finden; Eheleute, die sich voneinander entfernt haben und beide ihr eigenes Ding machen; Kolleg:innen, die zwar in einem Team arbeiten, aber dennoch einzeln für sich und gegen die Konkurrenz der anderen kämpfen.
Aber Einsamkeit kann auch mit psychischen Erkrankungen einhergehen – in beide Richtungen: Zum einen kann ich einsam sein und dadurch, zum Beispiel, der Depression Vorschub leisten oder sie verstärken. Zum anderen kann eine Erkrankung einsam machen: Menschen wenden sich vielleicht ab, weil sie a) die Krankheit negieren oder nicht verstehen, weil sie b) selbst keine Kraft mehr haben, mich zu begleiten, weil ich c) durch Selbstfürsorge und das Setzen von Grenzen eventuell für andere nicht mehr funktioniere und plötzlich zu unbequem geworden bin oder als egoistisch wahrgenommen werde.
Wir könnten das gesamte Alphabet durchgehen – da gibt es ausreichend viele Aspekte … Eine Reihe davon habe ich im Text allEINsam verarbeitet. Anfang des Jahres wird er übrigens in einer Fachzeitschrift abgedruckt, wie toll ist das, bitte? Und, wie im Oktober versprochen, wird es noch ein Audio geben. Zunächst aber: heute der Podcast. Das wird sicherlich interessant, ich bin schon ganz gespannt auf den Termin. Ich werde mich melden, sobald die Folge veröffentlicht ist. Hört dann sehr gerne rein! In diesem Sinne.
Heute möchte ich euch erzählen, dass ich mir seit einigen Jahren jedes Jahr zum Geburtstag selbst ein Geschenk mache. Ich plane das nicht – sie finden mich irgendwann kurz vorher. Mal ist es etwas Kleines, wie zum Beispiel ein Paar fancy Ohrringe oder ein tolles Buch, das sich mir aufdrängt. Einmal durfte es auch ein bisschen mehr sein – ähem – und die Größe eines Klaviers annehmen. Hab ich mir zum 50. gegönnt. Das beste Geschenk ever und jeden Cent Gespartes wert!
Ein Vierteljahrhundert war ich klavierlos geblieben. Ich hatte mit 11 Jahren freiwillig mit dem Klavierunterricht begonnen. Das hieß: Täglich zwei Stunden üben – unter mütterlicher Aufsicht und ständig in Angst, einen falschen Ton zu spielen. Angst ist ein schlechter Begleiter. Nach 7 Jahren konnte ich zwar Chopin und jede Menge Technik, hatte aber kein Herz in der Musik. Wen wundert’s … Als meine Mutter gestorben war, verkaufte ich schließlich das unleidige Instrument. Die Erinnerungen blieben, doch der Mensch, der ich einmal war, erneuerte sich. Ein Vierteljahrhundert später versuchte ich es mit einem neuen Klavier aufs Neue. Seitdem spiele ich – ich übe kaum. Technik? Nicht so wichtig. Ich gönne mir so manchen falschen Ton. Egal – ich fühle die Musik. Konzerte? Nicht mehr wichtig. Ich habe den Bar-Piano-Stil für mich entdeckt. Früher undenkbar. Viel zu profan. Heute erlaube ich mir ABBA, Queen und das, was von Bach, Mozart und Beethoven noch so übrig ist in meinem Körpergedächtnis. Die großen Romantiker? Die Revolutionsetüde? Vielleicht irgendwann wieder. Jetzt gönne ich mir die Töne, die mich glücklich machen. Con spirito alato.
Man gönnt sich ja sonst nix. Vor allem selten sich selbst was Gutes. Sollte man viel öfter. Und seien es nur zehn Minuten Ruhe, während der man noch im Auto sitzen bleibt oder noch eine Runde um den Block geht, bevor man nach der Arbeit die Haustür aufschließt, Bevor der alltägliche Wahnsinn weitergeht. Gönn dir! Muss ja nicht immer ein Klavier sein. In diesem Sinne.
Also die Mainzel-, äh: Heinzelmännchen waren es schon mal nicht … Die hab ich auf der Frankfurter Buchmesse getroffen, und sie hatten nur Aufkleber und Postkarten dabei. Von Rentieren, Schlitten, Weihnachtswunschlisten und Päckchen war weit und breit nichts zu sehen.
Oder sie operieren in einer geheimen Mission?! Ich bin da an was ganz Großem dran, glaube ich. In diesem Sinne.
Zeit für ein bisschen Nostalgie … Einige von euch kennen vielleicht die Schreibaktion noch, die ich auf Facebook bis vor zehn Jahren gehostet hatte: den monatlichen Schreibwettbewerb Short Meets Story. Jeden Monat gab es einen Schreibimpuls und ein vorgegebenes Genre – zu gewinnen gab es ein Buch. Es waren tolle Texte, die dabei entstanden sind, und viele haben mitgemacht und sich der literarischen Herausforderung gestellt, denn:
Es waren die Zeiten von SMS – und man musste seinen Text auf 160 Zeichen beschränken, wollte man Versendegebühren laut Handyvertrag so gering wie möglich halten. (Die Älteren unter uns erinnern sich.) Wenn du das hier liest und genau mitzählst, bekommst du eine ungefähre Vorstellung davon, wie wenig einhundertsechzig Zeichen sind, um eine ganze Geschichte zu erzählen.
Mach mit! Die Vorgabe lautet: Schreib eine Weihnachtsgeschichte mit maximal 160 Zeichen (inklusive Leerzeichen) und poste sie in den Kommentaren auf meiner Homepage im Blog, auf Facebook oder Instagram. Wer mitschreibt, hüpft in den Lostopf – die Auslosung erfolgt am 23.12.25 um 23:12 Uhr, die Bekanntgabe spätestens Heiligabendmorgen. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Das Gewinnspiel steht in keinem Zusammenhang mit Meta. In diesem Sinne.
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